Vogelzug im Herbst und Winter

Die Zeit des Vogelzugs gehört in der Prignitz zu den faszinierendsten. In den Flussniederungen, Mooren und Seen tanken tausende Zugvögel noch einmal Energie und fressen sich Fettreserven für ihre anstrengenden Flüge in die Winterquartiere an.

Einer der schönsten Kranichbeobachtungsplätze der Region ist das Rambower Moor, unweit von Lenzen. Das ganze Jahr über sind Kraniche hier als Brut-, Rast- oder Zugvögel zu beobachten.
Ein besonderes Naturschauspiel bietet sich vor allem während des Herbstzuges der Kraniche im Oktober und November. Dann sammeln sie sich am Rambower Moor, um später gemeinsam in ihre Überwinterungsgebiete zu ziehen. Im Zentrum des Moores liegt der von einer breiten Schilfzone umgebene Rambower See. Das meist flache Wasser wird im Spätherbst und im Frühjahr von etwa 3.000 Kranichen als Schlafplatz genutzt. Kurz vor Sonnenuntergang sind die Kraniche während des Einfluges besonders gut zu beobachten.

Kranichzug im Rambower MoorFoto: Fotoarchiv Tourismusverband Prignitz e.V./Markus Tiemann

Das Rambower Moor lässt sich am besten über den Zweiseitenweg erkunden. Der Weg rund um das Moor macht Moorgeschichte(n) nah erlebbar. Stege führen über die Moorquellen, sodass man das durchsickernde Wasser sogar glucksen hört. Einzelne Stationen auf dem Weg zeigen die Geschichte von Mensch und Natur am Moor von zwei Seiten - einer historischen und einer aktuellen - und veranschaulichen, warum das Moor so wichtig für bedrohte Tier- und Pflanzenarten ist. Nahe der Örtchen Rambow am See und Boberow befinden sich zwei Aussichtstürme, die einen weiten Blick auf das Moor freigeben. Eine Stärkung gibt es unterwegs in der Moorscheune in Boberow, die samstags, sonntags und an den Feiertagen selbstgemachte Kuchen von 14-19 Uhr auf den Tisch bringt.

Weitere Infos zum Wanderweg inklusive GPS-Track:

Rohrdommelturm im Rambower MoorFoto: Fotoarchiv Tourismusverband Prignitz e.V./Markus Tiemann

Doch nicht nur die Kranichrufe hallen durch die Prignitzer Landschaft, sondern auch ein besonders wildes Schnattern. Saat- und Blessgänse sind die häufigsten Wintergäste in der Region. Sie nutzen die offenen Grünlandbereiche und ausgedehnten Überschwemmungsflächen an der Elbe als Rast- und Nahrungsplätze. In den riesigen Gänseschwärmen lassen sich auch Kanadagänse und Weißwangengänse beobachten. Zu den auffälligen Wintergästen zählen auch Sing- und Zwergschwäne. Die melodischen Konzerte der Singschwäne sind weithin zu hören und zählen zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen in der herbst- und winterlichen Elbtalaue.
Wichtige Rastflächen und damit gute Beobachtungspunkte sind die weitläufigen Wiesen der Lenzerwische zwischen Lenzen und Dömitz und die neu geschaffenen Überschwemmungsflächen an der Elbe.

Gänse in der Lenzerwische

Doch auch die »großen Greifer« lassen sich in dieser Zeit besonders gut beobachten. Raufußbussard, Kornweihe und Mäusebussard gehen in der winterlichen Lenzerwische und auf den weitläufigen Wiesen an der Elbe auf die Jagd. Jetzt lässt sich auch der größte Greifvogel der Region besonders gut entdecken – der Seeadler. Die großen Gänse- und Ententrupps ziehen den König der Lüfte natürlich besonders an, sodass er über dem Fluss häufig bei der Jagd nach Nahrung anzutreffen ist. Doch auch in den Sommermonaten kann der zurückgezogene, in den Auwäldern brütende Adler wieder regelmäßig beobachtet werden.

Foto: Fotoarchiv Tourismusverband Prignitz e.V./Dieter Damschen

Mehr Informationen zum Vogelzug bietet vor allem das BUND Besucherzentrum der Burg Lenzen:

Regelmäßig finden in den Herbst- und Wintermonaten Führungen und Veranstaltungen zum Vogelzug von der Naturwacht Lenzen und Rühstädt, dem BUND Besucherzentrum der Burg Lenzen, dem NABU Besucherzentrum Rühstädt und den zertifizierten Natur- und Landschaftsführer des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg statt. Eine Übersicht aller Veranstaltungen gibt es auf den Internetseiten des Biosphärenreservates: