Radeln im Herbst: Die Klostertour

Wittstock entführt in die Geschichte des Mittelalters, der Bischofszeit und in die Zeit des 30-jährigen Krieges. Überall in der historischen Altstadt zeugen noch heute Sehenswürdigkeiten von der langen ereignisreichen Geschichte. Die Stadt galt früher als uneinnehmbar und noch heute umrahmt die ca. 2.500 Meter lange Backsteinmauer den historischen Stadtkern mit seinen Fachwerkhäusern. Besonders sehenswert sind die alte Bischofsburg mit ihrem markanten Torturm, wo früher die Havelberger Bischöfe bis zur Reformation residierten sowie das Museum Alte Bischofsburg mit dem Ostprignitzmuseum und dem Museum des 30-jährigen Krieges.

Foto: Fotoarchiv Tourismusverband Prignitz e.V./Markus Tiemann

Der weitere Wegverlauf führt von Knotenpunkt 3 zu Knotenpunkt 24 in Jabel, wo das Café an der Grünen Oase zum Sitzen am Teich inmitten der Natur oder einem Spaziergang durch den Garten mit Streuobstwiese einlädt. Hier gibt es zu Kaffee oder Tee hausgemachten und frisch gebackenen Kuchen nach traditionellen Rezepten. Von September bis Mai ist Frau Puls immer samstags, sonntags und feiertags sowie an den Brückentagen für ihre Gäste da, öffnet aber gern auch nach Vereinbarung und hat immer ein Stück Kuchen im Haus.

Über die Knotenpunkte 25, 30 und 84 führt der Weg zum Kloster Stift zum Heiligengrabe, das der Tour den Namen verlieh. Das Kloster ist die einzige fast vollständig erhaltene Zisterzienserinnen-Klosteranlage Brandenburgs und heute wieder Ort einer Frauengemeinschaft. Im Rahmen der regelmäßigen Führungen (März-Mitte Dezember von Dienstag bis Sonntag jeweils 14 Uhr) können die Klostergebäude besichtigt werden. Das Gelände steht jedoch auch außerhalb der Führungen für Spaziergänge offen: Insgesamt 18 Stelen führen entlang der Geschichte des Kloster Stift. Regelmäßige Ausstellungen und (musikalische) Veranstaltungen runden den Klosteraufenthalt ab.

Foto: Fotoarchiv Tourismusverband Prignitz e.V./Michael Richter

Über Hohe Heide (Knotenpunkt 83) geht es nach Blumenthal zum Knotenpunkt 36. Unweit von dort lohnt sich ein kleiner Abstecher zum höchsten Holzaussichtsturm Deutschlands. Der Turm hat eine Höhe von 45 Metern, die Aussichtsplattform befindet sich in 36,4 Metern Höhe. Der Turmbau wurde durch ortsansässige Bürger initiiert. Baubeginn war September 2003, die Eröffnung folgte im September 2004.

Der weitere Weg führt durch dörfliche Idylle vorbei an Dahlhausen (Knotenpunkt 37), Horst, Rosenwinkel (Knotenpunkt 35) über Grabow, Blandikow (Knotenpunkt 31) bis nach Papenbruch (Knotenpunkt 32). Angekommen in Scharfenberg am Knotenpunkt 5 wartet noch einmal ein ganz besonderes Highlight. Es waren ganz gewöhnliche Baggerarbeiten in einem Gewerbegebiet im Jahr 2007, welche zu einer in Europa einzigartigen Entdeckung führten. Die Bauarbeiter stießen auf ein Massengrab von 125 Männern des Dreißigjährigen Krieges. Das 6 km² große Schlachtfeld wurde von Archäologen untersucht. Neben Munition wurden auch Schmuck, Teile der Bewaffnung, Kleidung und Ausrüstungsgegenstände gefunden. Es wurde eine Aussichts- und Gedenkplattform errichtet, die auch für Besucher zugänglich ist. Direkt im Zentrum des damaligen Schlachtgeschehens wurde eine von zwei stillgelegten Wasserkavernen zur Aussichtsplattform umfunktioniert. Von ihrem Dach reicht der Blick weit über den Ort, der damals zahlreichen Menschen den Tod brachte. Im Inneren des Wasserspeichers zieht eine einzigartige Ausstellung den Besucher in ihren Bahnn. Der »Raum der Stille« mit künstlerisch nachgestellten Skeletten regt zum Nachdenken an.

Foto: Fotoarchiv Tourismusverband Prignitz e.V./Markus Tiemann

Die vollständige Tour inklusive GPS-Track finden Sie auf unserer Webseite: