Heideblüte in der Kyritz-Ruppiner Heide

Früher kreisten Kampfflugzeuge, heute Seeadler. Da die Kyritz-Ruppiner Heide jahrelang als Truppenübungsplatz genutzt wurde, konnte sich eine einzigartige Natur mit zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten entwickeln.

Ab etwa Mitte August steht die Heide in voller Blüte und lockt bis Ende September mit einem lilafarbenen Blütenmeer. Heidelandschaften waren früher in Europa weit verbreitet. Heute gibt es nur noch wenige große Heideflächen. Die Kyritz-Ruppiner Heide ist mit knapp 12.000 Hektar eine der größten zusammenhängenden Heidegebiete mit Callunaheide in Europa. Durch die militärische Nutzung als sogenanntes ‚Bombodrom’ bis zum Anfang der 90er Jahre konnte sich eine beeindruckende Vegetation mit zahlreichen seltenen und stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten entwickeln, so dass die Heide heute nationale Bedeutung hat.

Bis Ende September lockt die Kyritz-Ruppiner Heide nun nicht nur mit einzigartiger Natur, sondern auch mit einem wahren Farbenrausch. Eine Entdeckungstour durch die Heide fühlt sich im August und September wie ein Bad im Honigtopf an. Begleitet vom Summen der Bienen erwartet den Besucher ein lilafarbenes Blütenmeer, soweit der Blick nur reicht. Da es in weiten Teilen der Heide noch Munitionsreste gibt, sind nicht alle Teile besucheröffentlich. Die sogenannte Südspange dieses ehemaligen Truppenübungsplatzes wurde vorletztes Jahr für Wander- und Trekkingtouren innerhalb der Wegemarkierungen auf eigene Faust freigegeben. Besonders spektakulär ist der Ausblick über die Heide vom Sielmann-Hügel aus. Die freigegebenen Wege der Südroute sind in der Radwander- und Wanderkarte Kyritz-Ruppiner Heide dargestellt, die man unter anderem in den Touristinformationen Wittstock und Kyritz kaufen kann.

Wanderweg in der Kyritz-Ruppiner HeideFoto: Archiv Tourismusverband Prignitz e.V.

Wer die Heide nicht auf eigene Faust erkunden will, kann aus den einzigartigen Angeboten der sieben zertifizierten Natur- und Landschaftsführer wählen.

Zu den Höhepunkten zählen in diesem Jahr die vier Sternenführungen vom Natur- und Landschaftsführer Andree Kienast:

»Wenn die rote Abenddämmerung dem Schein des Mondes weicht und das leise Summen der Ziegenmelker durch den sanften Flügelschlag der Fledermäuse abgelöst wird, eröffnet sich über der Heide ein besonders beeindruckender Anblick. Bei klarem Wetter sind selbst schwach leuchtende Sternenbilder zu erkennen. Hier stören weder Ortschaften noch Straßen oder künstliche Lichtquellen den natürlichen Nachthimmel. Eine fast andächtige Stille legt sich dann über die Landschaft, während die leisen Schönheiten am Nachthimmel zu bewundern sind«

Vom Parkplatz Pfalzheim aus wandern der Naturführer und seine Gäste gemeinsam zum 1,5 Kilometer entfernten Sielmann-Hügel. Hier bewundern sie nach Sonnenuntergang von bequemen Sonnenliegen aus unter anderem die Perseidenströme. Bis zu 100 Meteore pro Stunde lassen sich bei guter Sicht so beobachten.

Termine: 3., 4., 10. und 11. August ab 20 Uhr, circa 2,5 Stunden
Preis: 8 Euro pro Person inkl. Getränke, Gebäck, Leih-Sternenkarten und Leih-Kopflampen

Andree Kienast bei einer Führung in der Kyritz-Ruppiner HeideFoto: Archiv Tourismusverband Prignitz e.V.
Sonnenuntergang in der Kyritz-Ruppiner HeideFoto: Archiv Tourismusverband Prignitz e.V.
Einbruch der Dunkelheit in der Kyritz-Ruppiner HeideFoto: Archiv Tourismusverband Prignitz e.V.