Wolfshagen
Von der einstigen Gänseburg an der Stepenitz sind nur noch im Keller des heutigen Schlosses Reste zu erahnen, wie auch die Situation der einstigen Zugbrücke. Mehrfach verfiel das Gebäude, nach dem 30jährigen Krieg so auch das um 1590 aus den Vorgängerbauten ansehnlich aufgerichtete Renaissanceschloss. Aus den vorhandenen Resten dieser Anlage errichtete Albrecht Gottlob Gans Edler Herr zu Putlitz 1786/87 eine spätbarocke Zweiflügelanlage, deren originale Fassung mit großem Aufwand restauriert wurde. Im Innern finden sich bauzeitliche Stuckdecken, Fußböden und Türen sowie Reste von Wandmalereien.
Das Schloss ist heute Museum mit dem Untertitel: „Landadel und Porzellan“. Im Erdgeschoß wird die Lebenswelt der adeligen Gutshäuser der Region vor Augen geführt, mit alten Möbeln, Ahnenbildern, Jagdtrophäen, Gebrauchsgegenständen aus Porzellan, Glas und Silber. Es wurde versucht, trotz der Plünderungen in den Nachkriegsjahren Gegenstände aus dem Schloss Wolfshagen zusammenzutragen sowie aus anderen Gutshäusern der Familie Gans zu Putlitz und weiteren märkischen Herrensitzen, um diese versunkene Kultur vor Augen zu führen. Sogar das originale Gestühl von 1572 der 1982 abgerissenen kleinen Schlosskapelle wurde in einem Kapellenraum wieder aufgestellt. Dieser soll auch für kirchliche Handlungen genutzt werden.
Im ersten Stock des Museums wird eine umfangreiche Porzellansammlung präsentiert: Die Sammlung v. Barsewisch, unterglasurblau gemaltes Porzellan, Gebrauchsgeschirr mitteleuropäischer Manufakturen aus drei Jahrhunderten. Im ersten Stock liegt aber auch der Gartensaal, der ganz im Louis-XVI-Stil der Erbauungszeit restauriert wurde und für Vorträge, kleine Konzerte, standesamtliche Trauungen und Empfänge einen prächtigen Rahmen bietet. Im Eßsaal können Kaffeetafeln stattfinden.
www.schlossmuseum-wolfshagen.de
Rundwanderwege im Stepenitztal von Wolfshagen aus:
mit Karte und Kurzbeschreibung hier
Abstecher nach Groß Pankow:
ehemaliges Herrenhaus (1906 erweitert), jetzt Augentagesklinik, umgeben von einem gepflegten Landschaftspark mit Friedhof der Familie Gans zu Putlitz
Hofladen-Café, mittelalterliche Feldsteinkirche
Helle
Die alte Kirche war ein Fachwerkbau von 1685 mit einem getrennt stehendem Glockenturm und wurde von den ortsansässigen Bauern sowie dem Patron der Kirche Hans Albrecht zu Putlitz und seiner Frau finanziert. Aus der Bauzeit haben sich Stifterscheiben mit Glasmalereien und Wappendarstellungen sowie aus vorreformatorischer Zeit (um 1470) ein spätgotischer Flügelaltar erhalten. 1913 wich die alte Kirche einem Neubau nach Plänen des Kirchenbaurats Georg Büttner im Heimatstil. Die sehr dekorative Ausmalung besorgte damals der Kunstmaler Steinacker. Ganz ähnliche Kirchenbauten Büttners in der Prignitz entstanden fast gleichzeitig in Bälow und Lennewitz. Um die Kirche herum liegen die einzelnen Gehöfte mit ihren meist aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts stammenden Wohn- und Wirtschaftsgebäuden aus Fachwerk und Backstein.
Mansfeld
Die kleine Fachwerk-Saalkirche wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts von den Gans Edlen Herren zu Putlitz auf Wolfshagen als Patrone erbaut. Unter der großen Linde vor der Kirche befindet sich das Grab von Carl Friedrich Gans Edlem Herren zu Putlitz (1751-1779). Im benachbarten Pfarrhaus wurde der Arzt und expressionistische Lyriker Gottfried Benn (1886-1956) geboren.

