Heiligengrabe
Das Kloster Stift zum Heiligengrabe wurde 1287 durch den Markgrafen Otto V. gegründet. 1317 wurde das „Heilige Grab“ erstmals erwähnt. Nach der Reformation wurde aus dem Kloster ein evangelisches Damenstift. Klosterkirche, Kreuzgang, die Heiliggrabkapelle mit dem bei Restaurierungsarbeiten freigelegten Hostiengrab, der Damenplatz aus dem 18.Jh., ein Museum und der umliegende Park bilden ein eindrucksvolles Ensemble. Heute ist das Stift eine der wenigen vollständig erhaltenen Klosteranlagen Brandenburgs. Jedes Jahr von Mai bis August und zum Advent finden Konzerte statt.
Nicht nur im ausgedehnten Stiftspark läßt sich Natur genießen, der Naturlehrpfad Rote Brücke führt in die Heiligengraber Umgebung.
Die Klosteranlage des Klosters Stift zum Heiligengrabe ist fast vollständig erhalten und damit einmalig im Land Brandenburg.
Im Jahr 1287 gründete Markgraf Otto V. das Zisterzienser-Nonnenkloster Heiligengrabe. Die Gründungslegende des Klosters erzählt von blutenden Hostien. Heiligengrabe war ein bedeutender Wallfahrtsort der Prignitz.
1318 wurde erstmals das Heilige Grab erwähnt, ein rituelles Grab für die wundertätigen Hostien. Beim Einbau einer Fußbodenheizung 1984 - 86 entdeckte man unter der Heiliggrabkapelle ein solches kleines Grabgewölbe.
Gegen den Willen der Zisterzienserinnen wurde 1548/49 die Reformation eingeführt, das Kloster blieb aber bestehen
Der 30jährige Krieg brachte große Zerstörungen. Die Frauen des Klosters flohen nach Wittstock, von wo aber nur acht von ihnen zurückkehrten, denn dort wütete die Pest.
Nach einem großen Brand 1719 entstand der barocke Damenplatz mit seinen Fachwerkhäusern neben dem Klostergebäude als Wohnstätte der Stiftsdamen.
Heiligengrabe erhielt im Jahre 1740 durch Friedrich II. die Anerkennung als evangelisches Damenstift.
Seit 1847 gab es eine Stiftsschule mit Internat, in der die Töchter des Prignitzer Adels eine fundierte Ausbildung und ein Lehrerinnenexamen erhielten. Die Schule wurde 1945 aufgelöst, während das Damenstift ohne Unterbrechung bis heute weiter besteht.
Die Äbtissin und der Konvent engagieren sich heute in vielen Bereichen des geistlichen und kulturellen Lebens.
Die Klosterkirche stammt aus dem 14. Jh. Die Klausur mit Innenhof und Kreuzgang blieb vollständig.
Um 1840 wurde der Nordflügel der Abtei nach Plänen von August Stüler umgebaut. Der Äbtissinnengarten entstand um 1890.
Die Heiliggrabkapelle wurde 1512 errichtet. Der Giebel ihrer Westseite ist Vorbild für die Gestaltung weiterer Prignitzer Kirchen. Um 1900 stattete man die Kapelle neugotisch aus. Die Ausmalung mit Ornamenten und Szenen aus der Klostergeschichte gestaltete der Maler Otto Berg 1903/04. In der Kirche und der Heiliggrabkapelle finden seit einem Vierteljahrhundert Konzerte statt.
Das 1838 erbaute klassizistische Stifthauptmannshaus beherbergt heute das Stiftsmuseum.
www.klosterstift-heiligengrabe.de
Naturlernpfad und Kneippanlage Rote Brücke
Entlang eines reizvollen 2,7 km langen Rundkurses werden an neun Stationen Informationen über den Wald als Lebensraum angeboten. Die Kneippanlage befindet sich an der “Roten Brücke” am Nadelbach.
Blumenthal
Das Dorf gehörte im Lauf der Jahrhunderte wechselnden Herren, darunter dem Ritterorden der Johanniter aus Werben in der Altmark.
Die Feldsteinkirche aus dem 15. Jh. erhielt 1877 einen Glockenturm.
In der Heimatstube wird u.a. bäuerliche Keramik gezeigt. Sie wurde im 19.Jh. in Blumenthal produziert. Leider blieben nur wenige Stücke erhalten.
Am 15. September 2004 wurde der mit 45 Metern höchste frei begehbare Holz-Aussichtsturm Deutschlands eingeweiht. Er entstand auf Initiative eines ortsansässigen Vereins.
Horst bei Blumenthal
1421 wird das Rittergut Horst erstmals als Blumenthalscher Besitz genannt. Ab 1810 folgten mehrere Besitzerwechsel. Bis 1945 gehörte das Gut den von Moellendorffs.
Das erhaltene, heute unbewohnte Gutshaus aus dem 18. Jh. wurde 1910 umgebaut. Das Gutshaus ist von einem Landschaftspark umgeben.
Im Park steht die Ruine eines Renaissanceschlosses mit sechs-eckigem Treppenturm, das Mitte des 16. Jh. erbaut wurde und im 17. Jh. verfiel. Die kleine Fachwerkkapelle von 1688 vor dem Eingang zum Gutshof ist nicht zugänglich. Zur Innenausstattung der Kapelle gehört ein klassizistisches Grabmahl von Gottfried Schadow(derzeit ausgelagert)
In den 50er Jahren entstand eine landwirtschaftliche Berufsschule mit Internat auf dem Gelände. Seit Ende der 90er Jahre ist das Gut in Privatbesitz. Mit der Sanierung der großen Anlage wurde begonnen.


